Anhängerführerschein 2018 – BE und B96 Klasse

Wer einen PKW Führerschein hat der kommt früher oder später dazu einen Anhänger an das Auto zu hängen. Das allein ist nicht schwer aber seit 1999 hat sich einiges geändert. Denn es ist auf strikte Gewichtsangaben zu achten. Alle seit 1999 gemachten Autoführerscheine der Klasse B sind für den Anhängerbetrieb stark begrenzt. Das gilt besonders für Wohnwagen und größere Hänger, für was Ihr den Anhängerführerschein genau braucht und was Ihr mit eurem Führerschein fahren dürft das wollen wir in diesem Artikel erklären.

Anhängerführerschein

Anhängerführerschein BE ist hier nötig

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Alte Regelung Führerscheinklasse 3

Wer bis 1999 seinen Führerschein gemacht hat der hat meist noch die „orangene Pappe“ und somit den Führerschein Klasse 3. Mit diesem seid Ihr gut bedient wenn es um das ziehen von Anhängern geht. Denn mit dem alten Führerschein, also der Klasse 3, dürft Ihr Gespanne bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen fahren, Voraussetzung natürlich das Auto darf den Hänger ziehen.

Änderung seit 1999 – ab jetzt benötigt man einen Anhängerführerschein BE

Mit der neuen Regelung seit 1999 ist das allerdings anders, hier darf das zulässige Gesamtgewicht nur noch 3,5 Tonnen betragen (Auto und Anhänger zusammen addiert). Mit einem schweren Auto wie zum Beispiel dem VW Amarok ist so bereits ein sehr kleiner Hänger nicht gestattet. Das Fahren ohne gültigen Anhängerführerschein zieht somit eine Anzeige wegen Fahren ohne Führerschein nach sich. Das kostet unnötig Geld und kann noch weitere unangenehme Folgen haben.

Beispiel: Der VW Amarok hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 2920 KG, das heißt Sie können ohne einen Anhängerführerschein nicht einmal einen kleinen Baumarkthänger mit 750 KG zulässigem Gesamtgewicht anhängen. Das ist wichtig zu wissen, denn in vielen Baumärkten gibt es solche Hänger für wenig Geld zu leihen, wer nicht nachdenkt und mit so einem Anhänger seine Einkäufe nach Hause transportiert kann ein unangenehmes Zusammentreffen mit der Polizei bekommen.

Neue Regelung ab 2013

Im Jahr 2013 gab es wieder neue Regelungen was den Anhängerführerschein betrifft, aktuell ist die Situation folgendermaßen: Ab Januar 2013 dürfen mit dem B Führerschein nur Hänger bis 750 Kg zulässiges Gesamtgewicht gezogen werden. Es muss nur darauf geachtet werden das die Zugkombination, also Auto und Hänger, kein zulässiges Gesamtgewicht größer 3,5 Tonnen haben darf.

Wichtig: Es zählt das zulässige Gesamtgewicht und nicht das tatsächliche Gewicht. Ihr müsst also in eurem Fahrzeugschein nachschauen wie hoch dieses ist.

Sucht also das zulässige Gesamtgewicht von Auto und Hänger und addiert dieses. Wenn die Summe nicht mehr als 3,5 Tonnen ergibt dann kann dieses Gespann ohne speziellen BE Anhängerführerschein gefahren werden.

Praxisbeispiel:
Ein Umzug in eine neue Wohnung steht an. Ein Audi A4 steht zur Verfügung, laut Fahrzeugpapieren hat dieser ein zulässiges Gesamtgewicht von 1750KG, es wird ein Hänger geliehen der ein zulässiges Gesamtgewicht von 750KG hat. Diese beiden Zahlen addiert ergeben 2500KG und dürfen somit ohne Anhängerführerschein, mit dem normalen PKW Führerschein Klasse B gefahren werden.

Anhängerführerschein für schwere Lasten

Wer schwere Hänger ziehen möchte (zb.: Pferdeanhänger) der benötigt einen speziellen Anhängerführerschein, die Klasse BE. Mit dieser können Hänger bis zu 3,5 Tonnen gezogen werden. Dieser Führerschein kann recht schnell mit einigen Fahrstunden in fast jeder Fahrschule gemacht werden, eine theoretische Ausbildung ist nicht nötig. Einzig praktische Fahrstunden und eine Prüfungsfahrt stehen auf dem Programm. Die Kosten für den Anhängerführerschein belaufen sich im Jahr 2018 ca. auf 400 bis 600 Euro.

Führerscheinklasse:
Welcher Anhänger darf gezogen werden:
B- Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 KGn- Summe des zulässigen Gesamtgewichtes von Zugfahrzeug und Anhänger darf 3500KG nicht überschreiten
BE- alle Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse bis max. 3500 KG
B96- Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse über 750 KGn- Summe der zulässigen Gesamtmasse von Zugfahrzeug und Anhänger darf 4250 Kg nicht überschreiten

B96 – „kleiner“ Hängerführerschein

Auch neu seit 2013 ist die Führerscheinklasse B96. Diese kann ohne Prüfung bei einem Tageskurs bei einer Fahrschule erworben werden. Die B96 berechtigt euch Gespanne zu fahren bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 4,25 Tonnen. Diese Klasse ist besonders für Wohnwagenfahrer interessant. Mehr zum Thema Wohnwagen und Führerschein.

Die Vorteile dieses „kleinen“ Anhängerführerscheines liegen auf der Hand. An nur einem Tag innerhalb von 7 Stunden könnt Ihr dieses erlangen. Es sind lediglich Theorie- und Übungsstunden notwendig, keine Prüfung. Allerdings kostet die B96 rund 250€ je nach Fahrschule.

BE oder B96 – welcher Anhängerführerschein ist der richtige

Wir empfehlen gleich den „richtigen“ Anhängerführerschein BE zu machen. Die Mehrkosten dafür halten sich mit rund 200 Euro im Rahmen und Ihr seid für die Zukunft gewappnet. Wenn der Wohnwagen oder auch das Zugfahrzeug in Zukunft einmal größer wird dann steht Ihr wieder vor demselben Problem das der Führerschein dafür nicht ausreicht. Also wenn möglich direkt die Klasse BE machen.

Ausbildung BE Anhängerführerschein

Um den BE Anhängerführerschein zu bekommen ist eine Ausbildung und Prüfung nötig. Voraussetzung ist natürlich das Sie den normalen Autoführerschein der Klasse B haben. Suchen Sie sich eine Fahrschule die für den Anhängerführerschein ausbildet, das macht nämlich nicht jede.

Während der Ausbildung zum Anhängerführerschein erlenen Sie den sicheren Umgang mit dem Anhänger (über 750Kg zulässiges Gesamtgewicht). Dazu gibt es Übungsstunden, die Anzahl ist nicht vorgeschrieben, der Fahrlehrer entscheidet je nach Ihrem Können wie viel Übungsstunden notwendig sind.

Vorgeschrieben sind aber Sonderfahrten, drei Stunden Überlandfahrten, eine Stunde Autobahnfahrt und eine Fahrstunde bei Dunkelheit. Die Fahrtsunde dauert jeweils 45 Minuten.

Eine theoretische Ausbildung erfolgt nicht, also bei der Führerscheinklasse BE gibt es keinen Theorieunterricht.

Neben dem reinen fahren und beherrschen des Anhängers wird auch die Vorbereitung gelernt und in der Prüfung abgefragt, Sie bekommen während dem Praxisunterricht zur Anhängerprüfung folgendes gelernt:

Ankuppeln des Anhängers:

  • Zugfahrzeug heranfahren
  • Feststellbremse des Anhängers lösen
  • Anhänger richtig ankuppeln
  • Das Abreißseil einhängen, den sicheren Halt in der Kupplung prüfen, die Verschleißanzeige an der Kupplung kontrollieren
  • Stützrad einfahren und sichern
  • Unterlegkeile entfernen
  • Stromanschluss zum Auto herstellen und anschließend die Beleuchtung prüfen

Abkuppeln des Anhängers:

  • Das Zugfahrzeug sichern
  • Den Anhänger sichern: anbremsen, Unterlegkeile
  • Das Stützrad entsichern und herunterfahren
  • Abreißseil lösen, Elektroanschluss lösen
  • Kupplung öffnen und den Hänger von der Kupplung heben (mittels Deichsel)

Wenn das alles vermittelt ist dann kommt es zur Prüfung. Und diese muss vor bzw. einem Prüfer abgelegt werden. Das heißt ein Prüfer fährt ganz normal wie bei der Führerscheinprüfung mit. Die Prüfung dauert 45 Minuten, davon sind 25 Minuten Fahrtzeit und im Rest wird eine Grundaufgabe vorgeführt, und das ist bei der BE Klasse das Rückwärtsfahren um eine Ecke nach links. Das Gespann muss dann am Ende parallel zum Bordstein geparkt sein. Mit etwas Übung ist das jedoch nicht schwer.

BE zusammen mit der B machen?

Davon raten wir ab, denn es ist schlicht teurer wenn Sie Auto und Anhängerführerschein zusammen machen. Es sind mehr Sonderfahrten nötig.

Zudem sind die meisten Fahrschüler schon gestresst genug mit dem Autoführerschein, so dass es besser ist erst in Ruhe die B zu machen und dann ein paar Monate später die BE nachzuholen, dadurch entstehen keinerlei Nachteile, ganz im Gegenteil.

Weitere hilfreiche Themen:
Stecker am Anhänger auf 13-polig umrüsten